Sonntag, 10. Mai 2026

09./10.05.2026 Berlin - Ausstellung „Gebaute Gemeinschaft – Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren“ (Post in Bearbeitung!)

James-Simon-Galerie, Besucherzentrum der Berliner Museumsinsel Modell eines Sondergebäudes der frühneolitischen Siedlung Nevali Çori, 8.500-7.900 v.Chr. Farbige Wildschweinskulptur, Göblekitepe
 
Reisen nach Rügen planen wir grundsätzlich mit einer Zwischenübernachtung. In diesem Jahr sehen wir eine Zwischenübernachtung in Berlin vor. Den Umweg von mehr als 100 km nehmen wir in Kauf, um in der James-Simon-Galerie der Berliner Museumsinsel die Ausstellung Gebaute Gemeinschaft – Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren (06.02.2026 - 19.07.2026) zu besuchen. Bereits 2025 hatten wir die Absicht, Ausgrabungsplätze der ausgestellten Objekte im Rahmen einer archäologischen Studienreise in Anatolien zu besuchen. Aufgrund politischer Entwicklungen innerhalb der Türkei sowie in angrenzenden Ländern haben wir die Reise mit mehr als 1.000 € Stornokosten abgesagt. Die Ausstellung in Berlin entschädigt uns ein wenig für das entgangene Abenteuer. - Fotoserie
 
 
Berlin-Reise 
 
Wenn wir geahnt hätten, auf welche Hürden eine Autoreise nach Berlin stößt, hätten wir uns wahrscheinlich anders entschieden. Bis Berlin ist die Verkehrslage zwar relativ entspannt, aber eine Vollsperrung der A1 erzwingt im Raum Dortmund eine weiträumige Umfahrung. Baumaßnahmen am Berliner Straßennetz zeigen, wie gezielt ein Verkehrsdauerchaos herstellbar ist, das sogar das Chaos der DB übertrifft. Zusätzlich geraten wir im Bereich der Messe in die Motorrad-Demonstration Steel & Speed, die zu einer längeren Wartezeit nötigt. Nach 8 Stunden, davon 7:22 Std. Fahrzeit, erreichen wir müde und lustlos das Intercity-Hotel Berlin Hauptbahnhof. Zumindest hier läuft alles geschmeidig. Zu Unternehmungen sind wir nicht mehr aufgelegt. Das Abenddinner nehmen wir gleich um die Ecke im Vapiano Berlin Europaplatz ein.
 
Die Ausstellung besuchen wir am Sonntagmorgen vor der Weiterreise nach Rügen. Am Morgen sind wir die ersten Besucher im Museum und genießen die Ausstellung nahezu exklusiv. Den Ausstellungskatalog haben wir bereits vor einigen Wochen beschafft und durchgearbeitet. Dank unserer Vorbereitung können wir uns auf die Betrachtung der Objekte sowie auf Fotos konzentrieren und verlieren keine Zeit mit Lesen der zahlreichen Schrifttafeln. Trotz Schnelldurchgang stellen wir fest, dass sich der Besuch gelohnt hat. Vis-à-vis vermitteln die Ausstellungsobjekte eine Magie, die kein Foto zu vermitteln mag. 
 
Bei der Abreise können wir noch vor 12:00 Uhr tanken, ehe Tankstellen an der Preisschraube drehen. Die Weiterreise nach Rügen führt auf verkehrsarmen Routen durch einsame Landschaften der Uckermark. Nach Einkäufen in Baabe treffen wir um 16:00 Uhr in Groß Zicker auf der Halbinsel Mönchgut ein. Den Aufenthalt beschreibt der Post Reisetagebuch Frühjahrsreise Rügen, 10.05.-25.05.2026 (coming soon)   
 
 
1 Kurzbeschreibung der Ausstellung 
 
Archäologische Grabungen in der Region Taş Tepeler haben erst in den 1990er Jahren begonnen. Bisher ist erst ein kleiner Teil der historischen Orte archäologisch untersucht. Weitere Überraschungen sind möglich und wahrscheinlich. Über Deutungen sozialer Kontexte der historischen Artefakte besteht wissenschaftlich sowohl Konsens als auch Dissens. Dieses Kapitel des Posts beschreibt ausgestellte Objekte ausschließlich empirisch und verzichtet auf Beschreibungen von Deutungsmustern der Symbolik. Ungeachtet von Diskussionen über Details ist sich die wissenschaftliche Community weitgehend einig, dass archäologische Stätten der Region Taş Tepeler auf besondere kulturelle Makrostrukturen und Makroprozesse im Übergang von nomadischer Jäger- und Sammlerkultur zur Sesshaftigkeit verweisen. Das abschließende Kapitel 2 skizziert grob die besondere Bedeutung dieser kulturellen Makrostrukturen und Makroprozesse. 
 
Treppenaufgang der James-Simon-Galerie mit Ausstellungstransparent Ausstellungstransparent im Eingangsbereich der James-Simon-Galerie Blick von der James-Simon-Galerie in Richtung Berliner Dom
 
Die Ausstellung gliedert sich grob in einen Hauptbereich mit materiellen Artefakten und einen Nebenbereich mit großformatigen digitalen Reproduktionen von Isabel Muñoz. Der Hauptbereich zeigt 89 originale Objekte der Ausgrabungen, von denen viele kleinteilig sind, u.a. Figurinen menschlicher Figuren und Tiere, Speerspitzen, Schabewerkzeuge. Auch kleinteilige Objekte sind teilweise mit Symbolen verziert und vermitteln in ihrer Machart handwerkliche Skills und geplante Arbeit. Größere Objekte sind als originalgetreue Repliken ausgestellt. Objekte der Ausstellung sind in Themengruppen gegliedert. Abgehängte halbtransparente Tücher grenzen Themen optisch ein, aber nicht ab, sondern realisieren fließende Übergänge. Themen der Ausstellung betreffen soziale Handlungsfelder der Gemeinschaft der Menschen, ihres gemeinsamen Mahls und ihrer kollektiven Jagdstrategien sowie symbolische Darstellungen von Tieren, Menschen, Mischwesen, Leben und Tod. Aspekte und Leistungen von Bauarchitektur und Bautechnik bleiben weitgehend ausgespart. 
 
 
1.1 Menschliche Statuen und Tier-Mensch-Skulpturen
 
Yenimahallastatue (Replik), Göblekitepe Menschliche Statue Menschliche Statue, Göblekitepe Mensch-Tier-Statue, Karahantepe Vogelmenschrelief, Göblkeitepe
 
 
1.2 Menschenköpfe
 
Maske, Nevali Çori Menschenkopf mit Schlangenrelief (Replik), Necali Çori, 8.500-7.900 v. Chr. Menschenkopf aus Karahantepe, 9400 – 8000 v. Chr. Menschenkopf Menschenkopf, Schmuckkette
 
 
1.3 Tierskulpturen
 
Leopardenfigur (rechts) und Tierfiguren Farbige Wildschweinskulptur, Göblekitepe Geierstatue (Replik), Karahantepe Leopardenkopf (oben), Widderkopfrelief (rechts)
 
 
1.4 Kleinteilige Figurinen und Objekte 
 
Menschen-Figurinen Tierfiguren (unten), Pfeilschaftglätter (oben) Reliefs auf der Rückseite von Pfeilschaftglättern (oben), Geschossspitzen (unten)
 
 
1.5 Modelle und digitale Reproduktionen 
 
Modell eines Sondergebäudes der frühneolitischen Siedlung Nevali Çori, 8.500-7.900 v.Chr. Modell des Pfeilergebäudes B in Göbeklitepe, 9.600-8.700 v.Chr. Fotos Menschenskulpturen Fotos T-Pfeiler Videoclip Grabungsstätte Göblekitepe Videoclip Grabungsstätte Göblekitepe
 
Im Eingangsbereich vermitteln mehrere Modelle Eindrücke der monumentalen Architektur an Fundorten. Digitale Reproduktionen des Nebenbereichs zeigen Fotos von Objekten und Objektgruppen sowie Clips der Ausgrabungsorte. 
 
 
2. Entstehung sesshafter Gegenwartskultur in der Region Taş Tepeler (in Bearbeitung!)
 
Wikipedia Taş Tepeler: Die Taş Tepeler (türkisch für „Steinhügel“) sind eine Gruppe neolithischer archäologischer Stätten in Obermesopotamien nahe der Stadt Urfa in der heutigen Türkei. Sie sind die Überreste mehrerer Siedlungen aus der Zeit des präkeramischen Neolithikums (ca.  10.000–7000 v. Chr.), einer Übergangsphase von nomadischen Jäger- und Sammlergesellschaften zu sesshaften Ackerbauern in der Region. 
 
 
 
 
 
 

 

 

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