Freitag, 7. August 2026

Becoming Paula, Jubiläumsausstellung 8.02. - 01.11.2026 zum 150. Geburtstag der Malerin Paula Modersohn-Becker

Eingang zur Böttcherstraße, mit dem Fassadenrelief "Der Lichtbringer" von Bernhard Hoetger Tafel am Gebäude Paula Modersohn-Becker-Museum in der Böttcherstraße Treppenhaus Paula Modersohn-Becker-Museum Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag, 1906
 
Anlässlich des 150. Geburtstags von Paula Modersohn-Becker reisen wir mit drei Übernachtungen nach Bremen, um die Ausstellung Becoming Paula sowie das Künstlerdorf Worpswede zu besuchen und das historische Zentrum von Bremen kennenzulernen. Diesen Post zum Ausstellungsbesuch ergänzen zwei weitere Posts:
Wer sich mit Paula Modersohn-Becker beschäftigt, trifft auf ethische Fragen zu deutscher Kultur und auf Fragen zur Relevanz von Kunst, die sich nicht nur in Bildern der Malerin, sondern auch in der Architektur der Böttcherstraße offenbaren. Darum beginnt der Post mit einem Überblick zu komplexen Zusammenhängen zwischen der Architektur der Böttcherstraße und dem Werk von Paula Modersohn-Becker.
  
 
Architektur der Böttcherstraße und Paula-Modersohn-Becker-Haus – Fotoserie Böttcherstraße
 
Das Paula Modersohn-Becker-Museum befindet sich in der Bremer Böttcherstraße, die zu den bekanntesten Bremer Sehenswürdigkeiten zählt und deren expressionistische Architektur seit 1973 unter Denkmalschutz steht. In der Gegenwart gilt die Böttcherstraße als „Bremens heimliche Hauptstraße“ (Tourismus Bremen: Böttcherstraße).  
 
Eingang zur Böttcherstraße, mit dem Fassadenrelief "Der Lichtbringer" von Bernhard Hoetger Tafel am Gebäude Paula Modersohn-Becker-Museum in der Böttcherstraße Dachterrasse Paula Modersohn-Becker-Museum Blick in die Böttcherstraße von der Dachterrasse Paula Modersohn-Becker-Museum Jugendstil und Backsteinexpressionismus in der Böttcherstraße
 
Das Gebäude, in dem sich das Museum befindet, wurde 1926/1927 nach Entwürfen von Berhard Hoetger (1874–1949) als Paula-Modersohn-Becker-Haus gebaut. Auftraggeber war der international operierende Bremer Kaffeeunternehmer Ludwig Roselius (1874–1943), Gründer von Kaffee Hag, der als deutscher „Kaffeekönig“ galt. Roselius verstand die Architektur der Böttcherstraße als Symbolik deutschen Denkens. Roselius bewunderte Paula Modersohn-Beckers Kunst und wollte sie der Öffentlichkeit als Mäzen des Mueums zugänglich machen. Das Paula-Modersohn-Becker-Haus war das weltweit erste einer Malerin gewidmete Museum.
 
Adolf Hitler bezeichnete die „Böttcherstraßen-Kultur“ als „Verfallskunst“, aber er verschonte Gebäude der Böttcherstraße vor einem Abriss, um sie als abschreckendes Beispiel zu erhalten (Wikipedia: Paul Modersohn-Becker-Museum). Den Erhalt des Museums hat vermutlich beeinflusst, dass Hitler auf die Kooperation maßgeblicher Persönlichkeiten der Wirtschaft angewiesen war, (Trump würde von "Deals" sprechen) und Roselius den Nationalsozialismus und Hitler zum eigenen Vorteil unterstützte. „Roselius war Mitglied der nationalsozialistischen Akademie für Deutsches Recht und förderndes Mitglied der SS. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels berief Roselius im Oktober 1933 in den Verwaltungsrat des Werberats der deutschen Wirtschaft. (Wikipedia: Ludwig Roselius) Roselius war mit 30 % am Flugzeughersteller Focke-Wulf beteiligt, der sich zu einem bedeutenden Rüstungskonzern entwickelte. Aufgrund Hitlers Kritik am expressionistischen Stil wurde die Paula-Moderssohn-Becker-Sammlung der Öffentlichkeit entzogen und zur Privatsammlung von Ludwig Roselius deklariert. Als Unternehmer dachte Roselius betriebswirtschaftlich bzw. opportunistisch und war auf keine Ethik verpflichtet. 
 
In der Gegenwart befindet sich die Böttcherstraße nahezu vollständig im Besitz der Sparkasse Bremen. Paula Modersohn-Beckers Tochter Mathilde (Tille) brachte in ihrem Besitz befindliche Werke ihrer Mutter in die Paula-Modersohn-Becker-Stiftung ein, die mit der Roselius-Sammlung den Kernbestand der Museums-Sammlung bilden. Die Internetpräsenz der PMB-Stiftung umfasst eine ausführliche Biografie von Paula Modersohn-Becker sowie ein umfangreiches digitales Werkarchiv. PMB-Stiftung: Biographie, Bildarchiv 
 
 
Rundgang durch die Ausstellung Becoming Paula - Fotoserie Ausstellungsansichten
 
Ausstellung Becoming Paula Ausstelllung im Paula Modersohn-Becker-Museum Ausstelllung im Paula Modersohn-Becker-Museum
 
Die Jubiläumsausstellung Becoming Paula zeigt im Zeitraum 8. Februar – 1. November 2026 ca. 70 Gemälde und Papierarbeiten aus Museumssammlungen, der Paula-Modersohn-Becker-Stiftung und Privatbesitz. "Die Ausstellung BECOMING PAULA geht dieser Frage nach und zeigt, wie aus Paula Becker die Künstlerin Paula Modersohn-Becker wurde und letztlich die Kunstfigur "Paula"." (Zitat der Ausstellungsseite)
 
Die Ausstellung Becoming Paula bildet anhand persönlicher, räumlicher und zeitlicher Verknüpfungen vier Schwerpunkte:
  • Paula Modersohn-Beckers persönliches Künstlernetzwerk beleuchten "Porträts u.a. von Clara Rilke-Westhoff, Rainer Maria Rilke, Martha Vogeler, Lee Hoetger oder der Schwester Herma".  
  • In London und Berlin von 1892 bis 1898 entstandene frühe Werke
  • In Worpswede ab 1900 entstandene Werke
  • In Paris verstärkte sich unter Einflüssen der französischen Avantgarde in den Jahren 1906 und 1907 expressionistischer Ausdruck in Paula Modersohn-Beckers Werken. Angeregt durch die französische Avantgarde mischte Paula Elemente verschiedener Stilrichtungen und entwickelte eine eigene Bildsprache, die in der Kunstgeschichte weitgehend isoliert blieb. Verwandtschaften zu Paul Cézanne, Paul Gauguin und Vincent van Gogh sind jedoch zu erkennen. Stilistisch werden Modersohn-Beckers Spätwerke dem Expressionismus zugeordnet.  
Abweichend von der Ausstellungsgliederung ordnet dieser Post in der Ausstellung aufgenommene Fotos in fünf thematische Kapitel und sortiert Fotos jeweils chronologisch aufsteigend. Diese Ordnung zeigt ebenfalls Kontexte und Entwicklungen auf. In nachfolgenden Kapiteln sind Bezeichnungen zu Fotos von Paula Modersohn-Beckers Bildern jeweils von links nach rechts aufgeführt.
 
 
Arbeiten vor 1900 – Fotoserie: Arbeiten vor 1900
 
Paula Modersohn-Becker, Garten, 1896 Paula Modersohn-Becker, Atelier in Bremen, 1897 Paula Modersohn-Becker, Frau mit im Schoß gefalteten Händen, 1898 Paula Modersohn-Becker, Stehender Mädchenakt mit mit verschränkten Armen, 1898/99
 
Garten, 1896
Atelier in Bremen, 1897
Frau mit im Schoß gefalteten Händen, 1898
Stehender Mädchenakt mit verschränkten Armen, 1898/99 
 
 
Stillleben  Fotoserie: Stillleben
 
Paula Modersohn-Becker, Stillleben mit Milchsatte (Frühstückstisch), 1905 Paula Modersohn-Becker, Stillleben mit blauem Kasten, 1907 Paula Modersohn-Becker, Anbetung der Drei Könige, 1907
 
Stillleben mit Milchsatte (Frühstückstisch), 1905 
Stillleben mit blauem Kasten, 1907
Anbetung der Drei Könige, 1907 
 
 
Porträts – Fotoserie: Porträts
 
Paula Modersohn-Becker, Die Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, 1905 Paula Modersohn-Becker, Rainer Maria Rilke, 1906 Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis nach halbrechts, die Hand am Kinn, 1906 Paula Modersohn-Becker, Alte Armenhäuslerin im Garten mit Glaskugel und Mohnblumen, 1907
 
Die Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, 1905
 Rainer Maria Rilke, 1906
Selbstbildnis nach halbrechts, die Hand am Kinn, 1906
Alte Armenhäuslerin im Garten mit Glaskugel und Mohnblumen, 1907 
 
 
Frauenakte, Ganzkörperbilder, Mädchen – Fotoserie: Akte, Ganzkörperbilder, Mädchen
 
Paula Modersohn-Becker, Stehender weiblicher Akt, Rückenansicht, 1900 Paula Modersohn-Becker, Kind auf rotgewürfeltem Kissen, um 1904 Paula Modersohn-Becker, Sitzender Mädchenakt mit angezogenen Beinen (Elsbeth), um 1904 Paula Modersohn-Becker, Mädchen im Birkenwald mi Katze, um 1904 Paula Modersohn-Becker, Flöte blasendes Mädchen im Birkenwald, 1905 Paula Modersohn-Becker, Großer stehender Mädchenakt 1905/06 Paula Modersohn-Becker, Sitzender Mädchenakt mit Apfel, 1906 Paula Modersohn-Becker, Elsbeth zwischen Feuerlilien, 1907 Paula Modersohn-Becker, Sitzendes Mädchen in weißem Hemde und stehender Mädchenakt, 1906 Paula Modersohn-Becker, Liegende Mutter mit Kind II, 1906 Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag, 1906
 
Stehender weiblicher Akt (Rückenansicht), 1900 
Kind auf rotgewürfeltem Kissen, um 1904 
Sitzender Mädchenakt mit angezogenen Beinen (Elsbeth), um 1904 
Mädchen im Birkenwald mit Katze, um 1904
Flöte blasendes Mädchen im Birkenwald, 1905
Großer stehender Mädchenakt, 1906/1906
Sitzender Mädchenakt mit Apfel, 1906
Elsbeth zwischen Feuerlilien, 1907
Sitzendes Mädchen in weißem Hemde und stehender Mädchenakt, 1906
Liegende Mutter mit Kind II, 1906
Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag, 1906 
 
 
Medienberichte zum Jubiläum Paula Modersohn-Becker und zu Ausstellungen in Bremen, Worpswede, Dresden

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