Sonntag, 6. November 2016

Restaurant Pfälzer Stube im Hotel Krone, Herxheim-Hayna

Pfälzer Gruß aus der Küche
Pfälzer Küchengruß
Terrine mit Rehfilet und Landente
Terrine von Rehfilet und Landente, Gänseleber-Crème brûlée 
Phantasie mit Saibling und Matjes
Phantasie mit Saibling und Lachs
Unseren Kurztrip zur Herbstpräsentation des Weinguts Müller-Catoir (Post vom 8. November 2016) veredelt eine Übernachtung im Hotel Krone, die wir mit einem Abendessen in der Pfälzer Stube verbinden. Das Hotel Krone in Hayna schätzen wir seit mehr als 20 Jahren nicht nur als gastliches, komfortables Landhotel in einem schönen Fachwerkdorf der Pfälzer Wein- und Wanderregion, sondern auch wegen seiner hochwertigen Küche. Für besondere Anlässe ist das Gourmet-Restaurant der Krone eine bevorzugte Adresse (1 Stern Guide Michelin, 18 Punkte Gault Millau, 4F Feinschmecker). Zwischen besonderen Anlässen lassen wir uns mit regionaler Küche im Zweitrestaurant Pfälzer Stube verwöhnen. Was besagt schon 'Zweitrestaurant' bei einer Küche, die Jürgen Dollase in der FAZ zur "kulinarischen Spitzenklasse" zählt (Das Besondere Restaurant (8): Zu Gast bei Familie Kuntz) und seit Jahren konstant hohe Bewertungen in relevanten Restaurantführern erzielt (16 Punkten im Gault Millau, Bip Gourmand im Guide Michelin, 2F Feinschmecker)? Gerichte beider Restaurants kommen aus der Küche von Chefkoch, Seniorchef und Marathonläufer (Bestzeit deutlich unter 3 Stunden!) Karl-Emil Kuntz, der zu Recht als Perfektionist gilt. Die Weinkarte, eher eine 'Weinbibel', nutzen beide Restaurants und sieht zahlreiche Weine auch im offenen Ausschank vor. Der Schwerpunkt liegt auf dem Weinbaugebiet Pfalz und lässt kein relevantes Weingut aus. Aber auch jenseits der Pfalz sind nahezu alle deutschen Spitzenerzeuger vertreten. Wer ausländische Weine bevorzugt, findet ebenfalls interessante Positionen. Eine Empfehlung ist der trockene Rieslingsekt zum Preis von 6,60 €/Glas. - Fotoserie: Pfälzer Stube

Blick auf den Teller
Hausgemachte Gnocchi
Hausgemachte Gnocchi
Angus-Rinderbäckchen
Angus-Rinderbäckchen
Der 'Gruß aus der Küche' könnte als Vorspeise durchgehen und zeigt, wohin die Reise geht: in die Region. Saumagenwürstchen auf Rahmsauerkraut, Kaninchensülze, Mousse, Terrine und sahniges Süppchen aus regionalem Gemüse der Saison schmecken ebenso leicht wie fein und konzentriert. Variationen ermuntern zum Erforschen des Zusammenspiels von Aromen und Texturen. Alle Produkte kommen aus einer Spitzenküche, die glücklich macht.

Nach dem Auftakt variieren die Vorspeisenteller (15,90 €/16,50 €) das Konzert des Küchenorchesters mit neuen Melodien und Rhythmen aus der gleichen Region. Beide Teller könnten ebenso im Gourmet-Restaurant aufgetragen werden.

Während Vorspeisen mit ihren Variationen 'Fine Dining' deklinieren, sind Fleischgerichte als Hauptgang deutlich rustikaler konzipiert, ohne jedoch das Niveau von Spitzenküche zu verlassen. Mit Niedrigtemperaturmethode gegarte Rinderbäcken vom Angus-Rind beeindrucken mit intensivem Geschmack und zarter Konistenz, die kein Messer zum Schneiden erfordert. Auf dem Teller sind sie auf einem Bett eines sahnigen Pürrées angerichtet, das sich vermutlich aus Kartoffeln und Petersilienwurzeln zusammensetzt, mit Senf (oder Meerrettich?) abgeschmeckt ist und von einer aromatischen, konzentrierten Rotweinsauce begleitet ist. Einige Gemüseschnipsel haben eher dekorative Funktion. Da in der Pfälzer Stube niemand hungrig vom Tisch aufstehen darf, ergänzt den Teller eine Schüssel mit hausgemachten, handgeschabten Spätzle. Die Spätzle schmecken exzellent, können aber mangels Kapazität nur probiert werden. Zum Preis von 23,90 € ist die üppige Portion in dieser Qualität ein Hit.

Das zweite Hauptgericht ist vegetarisch gewählt. Hausgemachte Kartoffelgnocchi in Sahnesößchen mit bunter Gemüsemischung, Steinpilzen, Kräutern und gehobeltem Parmesan erzeugen Suchtpotenzial. (18,30 €)

Für ein Dessert sind wir nicht mehr aufnahmebereit, aber ein Espresso geht immer. Der empfehlenswerte Espresso ist zum Preis von 2,80 € fair kalkuliert. Nach dem Verwöhnprogramm erreichen wir mit wenigen Schritten das äußerst angenehme Zimmer des Landhotels. Wenn Bettschwere noch fehlt, nehmen wir einen kurzen Umweg über das 'Pilsstübchen'.

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