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| Gaukler der Macht in Händen der Imperia (3) |
Mehr als 4 Jahre tagte das Konstanzer Konzil(1), um drei drängende Probleme zu verhandeln: Wiederherstellung der Einheit der Kirche
(causa unionis), Reformierung innerkirchlicher Zustände
(causa reformationis), Bekämpfung von Ketzerei durch Klärung strittiger Fragen
(causa fidei). Tatsächlich ging es um deutlich mehr, als nur um eine Bereinigung von Skandalen, nämlich um die Stabilsierung eines labilen politischen Machtgefüges, in das die Finanzwirtschaft natürlich tief verwickelt war. Die Veranstaltung einigt sich auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner und gerät als Minimallösung zu einem frühen Lehrstück internationaler Politik. It's always the same old story.
Die Protagonisten des Konzils verfolgen kurzfristige
Perspektiven ihrer Eigeninteressen. Sie wollen ihre
persönliche Macht mit allen Mitteln erhalten und möglichst ausdehnen. Pragmatisch, aber rechtlich umstritten(2), wurden die 3 konkurrierenden Päpste abgesetzt und ein neuer Papst gewählt,
Martin V.. Formell war das Ziel der 'causa unionis' erreicht. Die komplexe Problematik der als 'causa reformationis' und als 'causa fidei' bezeichneten Ziele ist jedoch politisch nicht zu lösen. Sie wird durch das Konzil eher verschärft.
Das Konzil wirkt als Katalysator für Aufklärung und Reformation und als Zündstoff für den über Jahrhunderte dauernden Flächenbrand von Inquisition, Reformationskriegen und kriegerischen Revolutionen in Europa.
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