Dienstag, 29. März 2016

"Hieronymus Bosch - Visionen eines Genies" - Ausstellung im Noordbrabants Museum, ’s-Hertogenbosch, 13.02.-08.05.2016

Triptychon - Der Heuwagen
Triptychon 'Der Heuwagen' (um 1490)
Das Jahr ist noch jung, aber bereits jetzt reich an Highlights. Während wir Terra Africa erkunden, organisieren gute Freunde anlässlich unserer Geburtstage einen Trip nach 's-Hertogenbosch. Berühmtester Bürger der Stadt ist der Maler Hieronymus Bosch (1450-1516), dessen Einfluss auf die Entwicklung abendländischer Kunstwelt nicht überschätzt werden kann.(1)
Zum 500. Todestages des Malers veranstaltet das Noordbrabants Museum nach langer Vorbereitung eine Ausstellung, die von 45 erhaltenen Werken 17 Gemälde und 19 Zeichnungen präsentiert. Bedeutendstes Gemälde dieser einzigartigen Ausstellung ist das Triptychon Der Heuwagen. Das Triptychon Der Garten der Lüste stellte das Museo del Prado nicht zur Verfügung. Eine respektable Kopie ersetzt das Werk. Gemälde der Bosch-Werkstatt, Nachfolger-Werke und einige Kopien ergänzen die Ausstellung zu insgesamt 103 exzellent präsentierten Werken.(2)
Ort und Ausstellung sind eine Reise wert, online isr die Ausstellung jedoch ausgebucht. Ob Tickets an der Tageskasse verfügbar sind, ist unsicher.(3) International berichten zahlreiche Medien über die global bedeutende Ausstellung, den Maler Hieronymus Bosch und das Museumsquartier.(4) Entsprechend groß ist der Publikumsandrang, der einige Geduld erfordert, um die oft kleinen Formate und kleinteiligen Werke aus der Nähe zu betrachten. - Fotogalerien: 's-Hertogenbosch - Auswahl ausgestellter Gemälde - Auswahl ausgestellter Zeichnungen

Mittwoch, 23. März 2016

Restaurant Le Moissonnier - zum 38. Hochzeitstag ist nur das Beste gut genug

Restaurant Le Moissonnier, Krefelder Straße
Straßenfront Le Moisonnier in der Krefelder Straße
Unseren 38. Hochzeitstag feiern wir in diesem Jahr im Restaurant Le Moissonnier. Seit mehr als 20 Jahren Jahren gilt Le Moissonnier nicht nur für uns als das beste Restaurant Kölns und rangiert in Deutschland konstant unter den Top 50 Restaurants. Trotz legerer Bistro-Atmosphäre und subkultureller Umgebung ist Le Moisonnier seit dem Jahr 2008 mit zwei Michelin-Sternen dekoriert (Restaurant des Jahres 2012 in 'Der Feinschmecker', 18 Punkte Gault Millau). Ihren Erfolg und einen mittlerweile legendären Status des ständig ausgebuchten Restaurants haben sich die Besitzer, Liliane und Vincent Moissonnier, mit ihrem Team über viele Jahre hart erarbeitet. Unsere besondere Bewunderung gilt Chefkoch Eric Menchon, der seine Küche auf dem Weg zur Perfektion kontinuierlich entwickelt, ohne dass wir bei Besuchen jemals Grenzen, Ermüdungserscheinungen oder auch nur kleine Schwächen erkennen konnten. Fairerweise darf nicht unerwähnt bleiben, dass die gesamte Mannschaft permanent ihr Bestes gibt und völlig frei von jeder Arroganz ein Verständnis von Exzellenz praktiziert, wie es nur höchst selten anzutreffen ist. Welch ein Glück, dass dieses Juwel von Restaurant vor unserer Tür liegt!
Fotogalerie Le Moissonnier am 23.03.2016
Ein in Arte gesendeter Film vermittelt Eindrücke: Essen macht glücklich
Jürgen Dollase findet in einem Artikel der FAZ vom 25.10.2012 angemessene Worte: Ein kulinarisches Gesamtkunstwerk
Karsten Henn beschreibt das Restaurant im Kölner Stadt-Anzeiger, 27.03.2014: Souverän französisch

Freitag, 25. Dezember 2015

Apollo in meinem Atelier - Werkschau Heinz Mack im Museum Küppersmühle, Duisburg (22.10.2015 - 31.01.2016)

Eingang Museum Küppersmühle P1280478.jpg Arbeiten Heinz Macks(1) verbindet über mehr als 50 Jahre das Thema 'Licht'. Die Ausstellung Apollo in meinem Atelier im Duisburger Museum Küppersmühle bietet eine sehenswerte Gesamtschau aller Werkperioden Künstlers.
Bereits das Raumfahrt-Programm Apollo nutzte die Apollo-Metapher(2) als Symbol des Aufbruchs zu den Göttern. Mit der Apollo-Metapher deklariert Heinz Mack seine Arbeiten als ein ferne Welten erschließendes, einzigartiges künstlerisches Programm, und er erklärt zugleich, wie er sich ohne jede Bescheidenheit selbst sieht und gesehen werden möchte: Auf Augenhöhe mit dem Gott des Lichts und der Künste. Fotoserie des Ausstellungsbesuchs(3)

Samstag, 12. Dezember 2015

Tour der Ruhr - Museum unter Tage in Bochum, Zdeněk Sýkora und Emil Schumacher im Kunstquartier Hagen

Schlosspark Weitmar
Emil Schumacher Museum
Anlässlich des Jubiläums '50 Jahre Ruhr-Universität Bochum' wurde am 14. November 2015 nach nur einjähriger Bauzeit und innerhalb des geplanten Kostenrahmens von ca. 7 Mill. Euro das Museum unter Tage (MuT) in Bochum-Weitmar eröffnet. Ein Artikel der FAZ über Das unsichtbare Museum macht auf das Ereignis aufmerksam. Die Zeitschrift 'art' verstärkt mit dem inspirierenden Bericht So schön kann Landschaft sein unsere Besuchsmotivation.
Den Ausflug nach Bochum verbinden wir mit einem Besuch der Ausstellungen Zdeněk Sýkora - System und Kraft der Linie und Emil Schmacher - Objet Trouvé im Emil Schumacher Museum des Kunstquartiers Hagen.

Montag, 26. Oktober 2015

Carla Bley Trio im Kölner Stadtgarten

Carlo Bley Trio im Kölner Stadtgarten
Seit mehr als 40 Jahren gilt der Musik von Carla Bley in unterschiedlichen Besetzungen unsere hohe Wertschätzung. Ältere Kompositionen Carla Bley's, die in früheren Aufnahmen mit größeren Ensembles eingespielt wurden, erfahren 2013 bei ECM neue Arrangements für das Trio Carla Bley, Steve Swallow und Andy Sheppard. Das Album 'Trios' (Hörproben: JPC) dokumentiert diese Werkphase (Rezension: Jazzecho 06.09.2013). Mit dem Material dieses Albums konzertiert das Trio auf einer Europa-Tournee. Dem WDR sei gedankt, dass wir im Kölner Stadtgarten Gelegenheit erhalten, Carla Bley und Steve Swallow mit Andy Sheppard life in einem Konzert zu erleben. Das Konzert weckt Emotionen des Abschieds. Diashow der Fotoserie





Sonntag, 13. September 2015

MMM Firmian auf Schloss Sigmundskron - Om (Neuauflage 2.07.2016)

Grundriss und Luftaufnahme Schloss Sigmundskron
Inukshuk im Hof von Schloss Sigmundskron
Reinhold Messner ist eine ebenso streitbare wie
umstrittene Person mit ausgeprägtem Drang zur Selbstinszenierung, die in den Messner Mountain Museen einen Höhepunkt findet. Wir zählen nicht zu seinen Fans und empfinden manche seiner Auftritte als peinlich, weshalb wir seine Museen bisher gemieden haben. Unser Besuch des MMM Firmian auf Schloss Sigmundskron am südlichen Rand von Bozen ergänzt das Paradox von Regel und Ausnahme um ein weiteres Beispiel.
MMM Firmian betrachtet Reinhold Messner als "Herzstück" seiner insgesamt 6 Messner Mountain Museen. Laut Webseite thematisiert das Museum "die Auseinandersetzung Mensch-Berg. (...) Die Wege, Treppen, Türme führen die Besucher aus der Tiefe der Gebirge, wo Entstehung und Ausbeutung der Berge nachvollziehbar werden, über die religiöse Bedeutung der Gipfel als Orientierungshilfe und Brücke zum Jenseits, bis zur Geschichte des Bergsteigens und zum alpinen Tourismus unserer Tage."
Spannender als das Programm scheinen uns Geologie der Region, Historie der Burganlage und das Konzept der Restaurierung zu sein. Unsere Erwartungen werden angenehm entäuscht. Wir treffen auf ein Gesamtkunstwerk mit Parallelen zu Robert Walshs faszierendem MONA auf Tasmanien (Post 1.01.2015). Besucher werden nicht 'umschleimt', sondern provoziert und angeregt. Aber im Unterschied zu Robert Walsh belehrt Reinhold Messner. Vermutlich wähnt er sich im Besitz vermeintlicher Wahrheiten und bietet als Guru oder Inukshuk Orientierung an. Seine Beteuerung, dass Informationen unwichtig seien und es ihm nur um das Erlebnis gehe, konterkariert er mit zahllosen über den Komplex verbreiteten Sinnsprüchen und kurzen apodiktischen Statements. Fotoserie 2015 - Fotoserie 2016 

Samstag, 25. Juli 2015

Mals - gallisches Rebellendorf im Vinschgau

Fresko der Prokuluskirche, Naturns
Plakat an einem Gebäude in Mals

Im Vinschgau treffen wir auf uralte Kulturlandschaft, deren weiter entfernte Spuren sich in der Distanz von ca. 5.000 Jahren verlieren. Über Jahrtausende ist der Vinschgau ein Schmelztiegel keltischer, etruskischer, karthagischer, römischer, germanischer Kultur. Bäuerliche Kultur prägt bis heute das Tal. In der Vergangenheit wurde Getreide für den Eigenbedarf auf Terrassenfeldern angebaut. Landwirtschaft ist Im trockenen Tal auf Bewässerung angewiesen.(1) Ein aufwändiges Bewässerungssystem per Kanäle (Waale) führt Schmelzwasser von Gletschern auf Felder des Tals. Die Fruchtbarkeit vinschger Felder sicherten ehemals mehrere tausend Kilometer Waale. Ein Wasserrecht germanischen Ursprungs regelte die Verteilung. Aktuell sind nur wenige Kilometer Waale erhalten. Überwiegend befördern Pumpen Wasser der Etsch auf Felder.
Die Einwohner des Tals sind bodenständig, meistens fromm, traditionsbewusst, aber auch lebenstüchtig, aufgeklärt und schlau. Über Zeit ändert sich Kultur. Produktpolitik, Fleiß und Pestizide steigern kostengünstig den Ertrag von Landwirtschaft und damit den Wohlstand der Region. Aktuell bedient der Vinschgau den europäischen Markt mit Obst sowie zunehmend mit Beerenfrüchten, Wein und Obstbränden. Monokulturen sind anfällig für Schädlinge. Pestizide lösen vermeintlich das Problem, wenn Nebenwirkungen und Risiken des Einsatzes ausgeblendet bleiben. Wirtschaftlicher Erfolg der Monokulturen steigert deutlich sichtbar den Wohlstand im Tal. Pestizide gelten als unverzichtbarer Erfolgsfaktor. Der übliche massive Einsatz von Pestiziden findet zwar keine ungeteilte Zustimmung, aber Erfolg behält meistens Recht. Im sympathischen Rebellendorf Mals formiert sich jedoch Widerstand. Diashow der Fotoserie

Freitag, 17. Juli 2015

600 Jahre Konstanzer Konzil (22.11.1414 - 22.04.1418) - Jahr der Gerechtigkeit (2015)

„Das aber erfüllt mich mit Freude, daß sie meine Bücher doch haben lesen müssen, worin ihre Bosheit geoffenbart wird. Ich weiß auch, daß sie meine Schriften fleißiger gelesen haben als die Heilige Schrift, weil sie in ihnen Irrlehren zu finden wünschten.“ (Jan Hus)
Nach grandiosem Auftakt im Vorjahr (Post vom 10. Juli 2014) würdigt das Jubiläumsjahr 2015 des Konzils von Konstanz unter dem Titel 'Jahr der Gerechtigkeit' den tschechischen Theologen und Reformer Jan Hus. Auf Drängen von König Sigismund und unter Zusicherung freien Geleits reiste Jan Hus zum Konzil von Konstanz, um seine Lehren zu verteidigen. Am 06. Juli 1415 wurde Jan Hus als Ketzer verurteilt und mit seinen Schriften verbrannt. Seine Asche streuten Henker in den Rhein. Vor seiner Hinrichtung soll Jan Hus gesagt haben: „Heute bratet ihr eine Gans, aber aus der Asche wird ein Schwan entstehen“. ('Husa' bedeutet tschechisch 'Gans'.) Der Schwan als Luthersymbol geht auf diese Aussage zurück.
Jan Hus ist zweifellos eine bedeutende geistesgeschichtliche Persönlichkeit des ausgehenden Mittelalters im Übergang zur Aufklärung. Dank John Rawls verspricht das Thema 'Gerechtigkeit' spannende Auseinandersetzungen mit moraltheoretischen Prinzipien. Unsere Erwartungshaltung wird vor Ort enttäuscht. Der Besuch im Hus-Museum ist kostenlos, weshalb wir die materialarme Ausstellung, die lediglich entlang einer Zeitachse biografische Daten aufbereitet, nicht reklamieren wollen. Recherchen im Internet sind jedenfalls ergiebiger. Den 'Hussenstein' am Rand der Altstadt, ein Findling, der am vermeintlichen Platz der Verbrennung an Jan Hus und an seinen Gefährten, Hieroymus von Prag erinnert, empfinden wir ebenfalls als ein bescheidenes Denkmal. Diashow der Fotoserie

Federsee und Federseemuseum Bad Buchau im Gebiet der oberen Donau

Federseemuseum in Bad Buchau
Plakat am Federseesteg
Kulturhistorisch Interessierte treffen im Federseebecken auf eine der bedeutendsten archäologischen Fundlandschaften Deutschlands. Der außergewöhnliche Reichtum der Natur dieser Landschaft hat Menschen schon in Urzeiten angezogen. Bewohnt ist die Landschaft wahrscheinlich schon seit mehreren hundertausend Jahren, aber mehr als 12.000 Jahre alte Spuren haben Eiszeiten gelöscht. Das Spektrum erhaltener Spuren reicht vom Nomadentum über Siedlungsformen der Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit bis zur Gegenwart.
Das Federseemuseum in Bad Buchau am Federsee im Bereich der oberen Donau macht prähistorische Kulturgeschichte in vielfältiger Art erfahrbar. Die Museumsarchitektur ist Pfahlbauten nachempfunden. In den Museumsräumen werden archäologische Funde für Laien verständlich präsentiert. Glanzstücke der Ausstellung sind größere Fragmente von ca. 5.000 Jahre alten Scheiben-Wagenrädern, die zu den weltweit ältesten Radfunden zählen. Das Rad ist jedoch vermutlich nicht am Federsee erfunden worden, sondern nahezu zeitgleich in unterschiedlichen Kulturräumen. Am Federsee entwickelten sich über Jahrtausende unterschiedliche Siedlungsformen. Nachbauten im Außenbereich des Museums zeigen anschauliche Muster dieser Siedlungsformen und ihrer Besonderheiten. Mitarbeiters des Museums demonstrieren archaische Handwerkstechniken. Ein Praktikant führt exklusiv für uns vor, mit welchen Waffen und welcher Technik Rentierjagd vor 10.000 Jahren stattgefunden hat. Der Eintrittspreis des sehenswerten Museum beträgt nur 5,50 €. Trotzdem waren wir zeitweilig die einzigen Besucher. 
Allein der Federsee rechtfertigt bereits einen Besuch. Ein 1,5 km langer Holzsteg führt durch das Schilfmeer eines großen Moores bis zu einer Aussichtsplattform am Rand des unter Naturschutz stehenden Bioreservats. Fotoserie Federsee


Donnerstag, 16. Juli 2015

Keltenmuseum in Hochdorf an der Enz

Keltische Fürstenfigur im Keltenmuseum
Grabhügel des keltischen Fürstengrabs in Hochdorf
Wenige km nördlich von Stuttgart verweisen 3 Fürstengräber und zahlreiche archäologische Funde auf ein ehemaliges keltisches Machtzentrum der Eisenzeit auf dem Hohenasperg. Archäologische Grabungen stießen 1978/79 auf den Sensationsfund eines noch unversehrten keltischen Fürstengrabes. Das 1991 eröffnete Keltenmuseum Hochdorf informiert über das archäologische Projekt, stellt Fundstücke und Gebeine des Keltenfürsten aus und zeigt im Untergeschoss eine originalgetreue Nachbildung der Grabkammer mit Repliken ihrer Ausstattung. Glanzstücke der Grabausstattung sind eine kunstvoll gearbeitete Bronzekline, ein keltischer Prunkwagen und ein mit Löwenfiguren verzierter 500 l Met fassender Bronzekessel. Ein rekonstruiertes keltisches Gehöft macht frühkeltische Siedlungen anschaulich. Der Eintrittspreis für die sehenswerte Ausstellung beträgt für das Museum inkl. Außenanlage 5,00 €. Über die Mittagszeit ist das Museum von 12:00 Uhr - 13:30 Uhr geschlossen.
Der rekonstrutierte mächtige Grabhügel des Fürstengrabes liegt in 0,6 km Entfernung hinter dem Friedhof des Ortes (Zufall?) und ist frei zugänglich. Ein großer Findling auf dem Hügel ist Menhiren nachempfunden. Vom Hügel bietet sich ein weiter Blick über die Landschaft bis zum HohenaspergFotoserie Keltenmuseum Hochdorf