Freitag, 25. August 2017

Abschiedsdinner im Gasthof Goldner Adler in Schleis

Gasthof Goldener Adler in Laatsch Am letzten Abend unseres Südtirol-Aufenthaltes 2017 bleibt die Küche unserer Ferienwohnung am Falatschhof bei Glurns im Vinschgau (Südtirol) kalt. Zum Abendessen besuchen wir mit einem einstündigen Fußweg (pro Strecke) den Gasthof Goldner Adler im Nachbardorf Schleis, dessen Küche einen ausgezeichneten Ruf genießt. Das gut besuchte Restaurant (Reservierung ist empfehlenswert) verteilt sich über mehrere holzgetäfelte Stuben im tiroler Stil. Der überaus freundliche und kompetente Service weist uns einen von 3 kleineren Tischen in einer intimen Stube zu, die durch eine Theke und per Durchgang mit einer größeren Nachbarstube verbunden ist, in der mehrere Gruppen Platz genommen haben. Tische sind mit weißem Tischtuch, Stoffservietten, mehreren Besteckgarnituren und hochwertigen Kristallgläsern hübsch eingedeckt. Mit der Speisekarte wird sogleich ein Brotkorb mit zwei Sorten hervorragendem Brot, jedoch ohne Butter oder Olivenöl gereicht, was uns bewusst macht, dass wir uns nicht in einem Gourmetrestaurant, sondern in einem Gasthaus befinden. Darum ist auch der künstliche Orchideenzweig als Tischschmuck akzeptiert. Nicht spaßen lassen wir mit uns bei Küche und Service, die jedoch absolut seriös ausfallen und großes Vergnügen bereiten. - Fotogalerie

Montag, 10. Juli 2017

One Man Anti Show - Retrospektive Július Koller im Museion für moderne und zeitgenössische Kunst Bozen (14.07.17 Update)

Sonderausstellung Július Koller im Museion, BozenBozener Dom Maria HimmelfahrtMuseion für moderne und zeitgenössische Kunst, Bozen

Nach einer hoch interessanten Führung mit Verkostung in der Cantina Tramin (Link zum Post) schlendern wir durch die Bozener Altstadt zum Museion für moderne und zeitgenössische Kunst Bozen. Die aktuelle Sonderausstellung One Man Anti Show (20.05.-27.08.2017) ist eine Retrospektive des slowakischen Konzeptkünstlers Július Koller (1939-2007), den im Westen eher nur Experten kennen. Nach Ausstellungen in Warschau und Wien ist die Retrospektive in Bozen angekommen.
Trotz mutiger Architektur (nach einem Entwurf des Berliner Architektenbüros KSV - Krüger, Schuberth, Vandreike), einer nicht alltäglichen Sammlung, spannender Sonderausstellungen und niedriger Tickethürden (7 € Erwachsene, 3,50 € Senioren und div. Ermäßigungskarten) ist der Musen-Tempel bei der Bozener Bevölkerung nicht besonders beliebt und von Touristen kaum beachtet. Während des Rundgangs treffen wir in den Räumen lediglich einen weiteren Besucher und sonst nur Museumspersonal an, obwohl insbesondere die Koller-Retrospektive größeres Interesse verdient. Der Titel der Ausstellung 'One Man Anti Show' formuliert ein Paradox: Ausstellung von Arbeiten eines Einzelgänger ohne Anerkennung im Kunstbetrieb. Aber das ist nur die halbe Wahrheit und provoziert Nachfragen. Wie können Arbeiten ohne öffentliche Anerkennung in einem Museum ausgestellt werden? - Fotogalerie 

Mittwoch, 21. Juni 2017

documenta 14 - Ist das Kunst oder kann das weg?

"Expiration Movement"-Weißer Rauch am Fridericianum am Friedrichsplatz
Wer die documenta besucht, sollte museal trainierte Sehgewohnheiten vorübergehend ablegen und sich auf mehr oder weniger radikal-politische Statements einstellen, die zum festen Bestandteil des Programms gehören. Objekte und Veranstaltungen der documenta variieren über die Jahre das Spektrum universeller Themenfelder im politisch-sozialen Raum. Im Zentrum stehen stets globale, zeitlose Themen wie Imperialismus und Kolonialismus, Macht und Ohnmacht, Flucht und Vertreibung, Krieg, Terror, Gewalt, Tod sowie deren Reflexe in Emotionen von Heimat und Fremde, Träumen und Albträumen, Angst, Verlust, Trauer, Sehnsucht, Utopie, Aggression, Traumatisierung etc.. Schwerpunkte von documenta-Ausgaben leiten sich aus zeitgeschichtlich aktuellen politischen Situationen ab. Für die documenta 14 bildet die globale Flüchtlingsproblematik einen identifizierbaren Fokus, der zwar facettenreich in der Thematik 'Athen und Kassel' verwoben ist, aber im Kontext des Gesamtkonzeptes nur geringe Tragkraft zeigt.

Donnerstag, 23. März 2017

Status quo - Joachim Wisslers Sterneküche bietet im Restaurant Vendôme große kulinarische Oper

Schloss Bensberg Zum Hochzeitstag besuchen wir traditionell ein Spitzenrestaurant und verbinden den Besuch gerne mit einer Reise. In diesem Jahr fällt der Hochzeitstag zwischen 2 größere Reisen, weshalb wir uns mit einem Restaurant in der Umgebung unseres Wohnsitzes 'begnügen', das mit der Straßenbahn erreicht werden kann. Der 39. Hochzeitstag ist mehr als eine Zahl, er ist ein Statement, das zu einer angemessenen Würdigung motiviert. Konstante Qualität auf höchstem Niveau bietet Joachim Wisslers Restaurant Vendôme im Schloss Bensberg, das in der Gegenwart als Grandhotel Schloss Bensberg von der Gruppe Althoff Hotels betrieben wird. In der deutschen Ausgabe des Guide Michelin ist das Restaurant Vendôme seit 2006 mit 3 Sternen neben aktuell 8 weiteren Restaurants ausgezeichnet. Unter diesen gilt das Vendôme als eine Maßstäbe setzende Benchmark der Küchen- und Restaurantkultur über Deutschland hinaus. Maßgebliche Restaurantkritiker sind sich einig, dass Joachim Wissler zur internationalen Kochelite und das Vendôme zu den weltbesten Restaurants zählt. Derartige Ansagen schüren hohe Erwartungen. Das Vendôme löst sie ein. - Fotogalerie Restaurantbesuch Vendôme

Sonntag, 27. November 2016

Restaurant Aura by Luis Dias in Köln-Rodenkirchen

Restaurant Aura by Luis Dias, Köln-Rodenkirchen

Der Portugiese Luis Dias ist im Raum Köln als Küchenchef und Restaurateur ein alter Bekannter. Nach Station im 'Da Bruno' (später 'Assisi') erarbeitet er sich unter eigenem Namen einen guten Ruf an mehreren Standorten in Köln-Rodenkirchen. Nach einem Wiedersehen in der Rodenkirchener City im Jahr 2013 (Carsten Henn im Kölner Stadt-Anzeiger) feiert Luis Dias 2016 mit dem Restaurant Aura by Luis Dias ein Comeback am Rheinufer Rodenkirchen (Susanne Hengesbach im Kölner Stadt-Anzeiger). Die aktuelle Restaurant-Besprechung im Kölner Stadt-Anzeiger (Fisch mit bester Aussicht), eine Aufwertung von 15 auf 16 Punkte im Gault&Millau 2017 sowie durchgehende Öffnungszeiten an Sonntagen motivieren unseren Besuch an einem Sonntag-Nachmittag. - Fotoserie Aura

Dienstag, 8. November 2016

Pfälzer Spätlese - "Ein Leben vor dem Wein gab es nicht" (Markus Schneider) - Müller-Catoir, Markus Schneider, Hotel Krone

Herbstpräsentation Weingut Müller-Catoir Weingut Markus Schneider, Ellerstadt Hotel Krone, Hayna

Das Weingut Müller-Catoir ist seit 1744 in 9. Generation in Familienbesitz und gilt als Flaggschiff Pfälzer Weinkultur. Der Einladung zur Herbstpräsentation des Weinguts folgen wir gerne, aber in diesem Jahr liegt der Termin nicht gerade ideal zwischen der Teilnahme am Rursee-Walk des Rursee-Marathons und einem Konzert der Leverkusener Jazztage. Wir gönnen uns den reizvollen Ausflug inkl. Übernachtung im Hotel Krone und Dinner in der Pfälzer Stube (Post des Restaurantbesuchs). Ein Zwischenstopp am Weingut Markus Schneider in Ellerstadt vollendet auf dem Rückweg den Kurztrip unserer Pfälzer Spätlese.

Sonntag, 6. November 2016

Restaurant Pfälzer Stube im Hotel Krone, Herxheim-Hayna (*Nachtrag 2019)

Pfälzer Gruß aus der Küche
Pfälzer Küchengruß
Terrine mit Rehfilet und Landente
Terrine von Rehfilet und Landente, Gänseleber-Crème brûlée 
Phantasie mit Saibling und Matjes
Phantasie mit Saibling und Lachs
Unseren Kurztrip zur Herbstpräsentation des Weinguts Müller-Catoir (Post vom 8. November 2016) veredelt eine Übernachtung im Hotel Krone, die wir mit einem Abendessen in der Pfälzer Stube verbinden. Das Hotel Krone in Hayna schätzen wir seit mehr als 20 Jahren nicht nur als gastliches, komfortables Landhotel in einem schönen Fachwerkdorf der Pfälzer Wein- und Wanderregion, sondern auch wegen seiner hochwertigen Küche. Für besondere Anlässe ist das Gourmet-Restaurant der Krone eine bevorzugte Adresse (1 Stern Guide Michelin, 18 Punkte Gault Millau, 4F Feinschmecker). Zwischen besonderen Anlässen lassen wir uns mit regionaler Küche im Zweitrestaurant Pfälzer Stube verwöhnen. Was besagt schon 'Zweitrestaurant' bei einer Küche, die Jürgen Dollase in der FAZ zur "kulinarischen Spitzenklasse" zählt (Das Besondere Restaurant (8): Zu Gast bei Familie Kuntz) und seit Jahren konstant hohe Bewertungen in relevanten Restaurantführern erzielt (16 Punkten im Gault Millau, Bip Gourmand im Guide Michelin, 2F Feinschmecker)? Gerichte beider Restaurants kommen aus der Küche von Chefkoch, Seniorchef und Marathonläufer (Bestzeit deutlich unter 3 Stunden!) Karl-Emil Kuntz, der zu Recht als Perfektionist gilt. Die Weinkarte, eher eine 'Weinbibel', nutzen beide Restaurants und sieht zahlreiche Weine auch im offenen Ausschank vor. Der Schwerpunkt liegt auf dem Weinbaugebiet Pfalz und lässt kein relevantes Weingut aus. Aber auch jenseits der Pfalz sind nahezu alle deutschen Spitzenerzeuger vertreten. Wer ausländische Weine bevorzugt, findet ebenfalls interessante Positionen. Eine Empfehlung ist der trockene Rieslingsekt zum Preis von 6,60 €/Glas. - Fotoserie: Pfälzer Stube

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Restaurant Ox & Klee - Antrittsbesuch in neuer Location am Kölner Rheinaufhafen (Update 18.01.2017)

Gruß aus der Küche, Ox & Klee, Köln
Gruß aus der Küche
Gruß aus der Küche mit Schweinebauch, Ox & Klee, Köln
Gruß aus der Küche
Gruß aus der Küche mit Stör und Mascarponecreme, Ox & Klee, Köln
Gruß aus der Küche
Die lebendige Kölner Gastronomieszene bereichert seit einigen Jahren das von Daniel Gottschlich betriebene Restaurant Ox & Klee. Trotz bescheidenem Auftritt in beengten Räumen eines Souterrains auf der Richard-Wagner-Straße der Kölner Neustadt zeichnete der Guide Michelin das Ox & Klee im November 2015 mit einem Stern aus (16 Punkte Gault&Millau) und erhebt es zum insgesamt 8. Kölner 'Sternerestaurant', unter denen sich an der Spitze das Restaurant Le Moisonnier mit 2 Sternen absetzt.(1) Das ständig ausgebuchte Restaurant Ox & Klee hat sich diese Auszeichnung redlich verdient, meinen nicht nur die Betreiber dieses Blogs.(2) Daniel Gottschlich sieht sich jedoch noch nicht am Ziel. Ihm schwebt eine Weiterentwicklung in veränderter Umgebung vor. Nach mehrmonatiger Umbauphase eröffnet er seinen Betrieb am 13. September 2016 im mittleren der 3 Kranhäuser am Kölner Rheinauhafen.(3) Als Gäste unternehmen wir heute eine Ortsbesichtigung, die Fortsetzungen provoziert. - Fotoserie des Besuchs

Sonntag, 18. September 2016

Hochzeitsmusik der Lutherzeit - Capella de la Torre auf dem Festival Alte Musik im Kloster Knechtsteden

Capella de la Torre in der Basilika Kloster Knechtsteden Das im Kloster Knechtsteden veranstaltete Festival Alte Musik Knechtsteden erhebt sein 25-jähriges Jubiläum zum Motto 'Feste feiern'. Zur Sonntags-Matinée konzertiert das Ensemble Capelle de la Torre, Echo Klassik-Preisträger 2016, mit Luthers Hochzeitsmusik. Der Titel des Konzerts 'Tafelmusik Luthers Hochzeitsmusik' ist irreführend, wie Katharina Bäuml in ihrer Moderation einräumt, weil in der Gegenwart niemand weiß, ob und welche Musik anlässlich Martin Luthers Hochzeit mit Katharina von Bora 1525 gespielt wurde. Das Ensemble beruft sich auf die Tradition der Stadtpfeifer und ist auf eine historische Aufführungspraxis der Musik des 15. bis 17. Jahrhunderts spezialisiert. Neben Blockflöten, Schlaginstrumenten und Orgel werden historische Doppelrohrblattinstrumente wie Schalmei, Pommer, Dulzian genutzt. Das breit gefächerte, abwechslungsreiche Programm begleitet in der Klosterbasilika die Sopranistin Margaret Hunter. Großer Applaus verabschiedet die Künstler, die sich mit einer Zugabe bedanken.
Nach 1,5-stündigem Konzert sind Besucher zu Snacks und Getränken im Kloster-Kreuzgang und dessen Innenhof eingeladen. Festtafeln, an denen Besucher gemäß Ankündigung des Programms Platz nehmen sollten, entfallen ebenso wie eine ursprünglich lt. Programm vorgesehene Konzertpause mit Bewirtung. Gelohnt hat sich der Besuch trotzdem. - Fotoserie des Konzerts

Sonntag, 11. September 2016

Audienz am Hof des Crimson Kings im Berliner Admiralspalast

Standing Ovation nach dem Konzert
Standing Ovations nach dem Konzert im Admiralspalast
In the Court of the Crimson King, Debütalbum der britischen Band King Crimson, markiert seit 1969 nicht nur eine Demarkationslinie, an der die Rockhistorie in ein Vorher und Nachher zerfällt, wie Jürgen Wunder im Tagesspiegel schreibt(1). Das Album spaltet die Gemeinde in Gläubige, Unwissende, Ablehnende und Feinde. Diese nicht tanzbare, Songstrukturen auflösende, traditionelle Regeln verletzende und über Grenzen zwischen U-Musik, E-Musik, elektronischer und akustischer Musik, Rock, Jazz, Minimial und Folklore hinwegsetztende Musik polarisiert zwangsläufig und passt in keine Schublade, weshalb die Umschreibung dieser Stilrichtung mit der Genre-Bezeichung Prog-Rock unsinnig ist.(2,3) Lichtgestalt dieser Musik ist seit 47 Jahren Robert Fripp, Mr. King Crimson. Für Studioarbeit und Konzerte schart Robert Fripp wechselnde Besetzungen aus dem kleinen Kreis der jeweils Besten ihrer Zunft um sich, die er als 'Inkarnationen' von King Crimson bezeichnet. Die inzwischen '8. Inkarnation'(4) konzertiert auf ihrer aktuellen Elements of King Crimson Europatour erstmals seit 13 Jahren wieder in Deutschland und gibt 2 Konzerte im Berliner Admiralspalast, ein willkommener Anlass eines Berlinbesuchs.
- Eigene Fotoserie: King Crimson im Admiralspalast Berlin - Fotoserie des Bassisten Tony Levin: King Crimson 2016 Tour Berlin Shows